3 ½ Tage Brava

Kap Verde : Berichte / Gastbeiträge von Peter Kraft

Logo Bericht Ein Erfahrungsbericht von Reinhard Schlump und Peter Kraft.

Bei unserer 3-wöchigen Rundreise (21.06 - 12.07.2002) auf "Cabo Verde" haben wir versucht auch die kleinste der bewohnten Inseln, Brava, zu besuchen. Obwohl es anfangs schien daß es, aufgrund der etwas schwierigen Erreichbarkeit der Insel, nicht möglich sein wird Brava zu besuchen hat dies dann doch hervorragend geklappt.

[]

Brava war nach der Ankunft auf Sal und der kurzen Rundreise auf Santiago bzw. der Besteigung des Pico do Fogo unsere vierte Insel die wir besucht haben.

Fährtickets nach Brava

Wir haben uns bereits bei unserer Ankunft in Sao Filipe auf Fogo, bevor wir Richtung Caldeira aufgebrochen sind, bei der Fährgesellschaft informiert ob und wenn ja wann ein Schiff von Sao Filipe (Fogo) nach Furna (Brava) fährt. Wir hatten uns davon erhofft unsere Chancen für die Überfahrt nach Brava zu erhöhen indem wir uns auf eine Warteliste oder dergleichen eintragen können. Es besteht aber keinerlei Möglichkeit sich vorher einen Platz zu sichern. Dennoch ist es sinnvoll am Tag vor der geplanten Überfahrt im Büro der Fährgesellschaft vorbei zu schauen ob überhaupt am Folgetag mit einer Überfahrt zu rechnen ist, eine definitive Bestätigung ist aber nicht zu erwarten. Obwohl es auch an anderen Tagen außer Freitag Überfahrten geben soll ist unsere Erfahrung - was uns auch im Gespräch von anderen Reisenden bzw. Einheimischen bestätigt wurde- daß Freitag der optimale Reisetermin Richtung Brava ist. Nach Auskunft der Fährgesellschaft - solche Aussagen sind immer mit Vorsicht zu genießen, aber nach unseren Erfahrungen und Gesprächen stimmt es in diesem Fall - muß das Schiff das am Freitag von Fogo nach Brava fährt am darauf folgenden Montag wieder von Brava zurück nach Fogo fahren. Vorausgesetzt natürlich daß das Wetter mitspielt, wobei die Überfahrt von nur 1 Stunde ja im Windschatten der beiden relativ nah beieinander liegenden Inseln verläuft und damit der Seegang ziemlich ruhig ist.

Die Überfahrt

Für unsere Überfahrt waren wir, mit vielen anderen Wartenden zusammen, am 28.06.02 um 7:30 Uhr am "Büro" der Schiffahrtsgesellschaft (öffnet um 8:00 Uhr) um unser Ticket zu kaufen. Nach der üblichen Wartezeit haben wir schließlich unser Ticket erhalten mit der Information daß wir um 10:00 Uhr am Hafen von Sao Filipe ablegen werden. Erwartungsgemäß hat das Schiff dann aber mit rund 2,5 Stunden Verspätung abgelegt. Die Überfahrt hat bei relativ ruhigem Seegang lediglich rund 50 Minuten gedauert, sehr positiv ist dabei daß man das Ziel - also die Insel Brava - immer vor Augen hat. Dennoch stimmt es daß die Einheimischen einen äußerst nervösen Magen haben. Für Europäer ist auf dieser Überfahrt bei normaler See keine Einnahme von Tabletten gegen Übelkeit nötig. Sehr wohl ist aber ein Schutz oder ein "sicherer" Platz für das mit geführte Gepäck nötig, damit nicht alles von den seekranken Einheimischen "ver... " wird. Denn trotz des kaum vorhandenen Seegangs haben sich auch bei unserer Überfahrt mehrere Einheimische übergeben.

Erfahrungen Pensao Paulo

Im Hafen von Furna standen genügend Aluguer's bei Ankunft der Fähre für die rund 20 minütige Fahrt bergauf nach Vila Nova Sintra zur Verfügung. Wir haben in Vila Nova Sintra die Pensao Paulo, zu der uns der Fahrer des Aluguer auf seine Empfehlung hin gefahren hat, als Quartier bezogen. Im Nachhinein betrachtet ist diese Pensao nicht gerade empfehlenswert. Zumindest die Räume im unteren Flur sind im Vergleich zu anderen Pensaos auf Cabo Verde nicht gerade toll. Sie sind sehr dunkel und dreckig und immer ohne Wasser (Wasser ist natürlich auf den Kapverden immer ein Problem, in anderen Pensaos geht aber wenigstens das kalte Wasser stundenweise). Außerdem war das Zimmer bei Paulo der einzige Ort auf Cabo Verde, wir waren immerhin auf 6 Inseln, wo es Stechmücken gab. Laut Auskunft belgischer Touristen die wir auf Brava getroffen haben, sollen die Zimmer im 2. Stock etwas besser sein. Das Essen bei Paulo ist im Vergleich zu anderen Pensaos auf Cabo Verde nicht gerade gut, außerdem hat er bei den Preisen ziemlich zugelangt. Er hat sogar für die Nacht in der wir Teile unseres Gepäcks dort abgestellt hatten, da wir nach Faja d'Agua gewandert sind und dort übernachtet haben, den vollen Preis verlangt.

Vila Nova Sintra

In Vila Nova Sintra gibt es für die Übernachtung wohl eine Alternative die besser sein soll, die Pousada Municipal. Diese haben wir aber, obwohl wir im Ortskern eigentlich alle Straßen abgegangen sind, nicht gefunden. Da uns der Fahrer des Aluguer gleich zu Paolo gefahren hat, was wohl auf Absprachen zurückzuführen ist, ist es ratsam darauf zu bestehen sich zu der Pousada Municipal fahren zu lasen.

Es ist überhaupt eine Überlegung wert ob man nicht gleich bei der Ankunft nach Faja d'Agua fährt, außer für diejenigen die die sehr schöne Wanderung von Vila Nova Sintra nach Faja d'Agua machen wollen. Für Vila Nova Sintra reicht ein halber Tag locker aus, da oftmals Wolken und Nebel herein ziehen. Diese bringen zwar die nötige Feuchtigkeit für die Blumenpracht im Ort, aber auf der anderen Seite bringen sie auch sehr kalte Luft mit sich (dann ist sogar eine lange Hose und eine Jacke angesagt) und man kann nur noch wenige Meter weit sehen. Für diesen halben Tag eignet sich am Besten der Nachmittag vor der Abfahrt, weil man an diesem Tag sowieso zur Übernachtung in Vila Nova Sintra sein sollte, da das Schiff sehr zeitig um 6 Uhr morgens ablegt (das bedeutet um ca. 5 Uhr früh am Hafen zu sein).

Wanderung Vila Nova Sintra nach Faja d'Agua

Wir sind am Samstag den 29.06 von Vila Nova Sintra nach Faja d'Agua gewandert. Diese Wanderung ist wirklich super empfehlenswert, man sollte dafür gut 4-5 Stunden einkalkulieren. Anfangs sind wir auf der Straße entlang gegangen und haben dann später eine sehr schöne Abkürzung über zum Teil recht abenteuerliche Maultierpfade (Bergschuhe sind anstatt Trekkingsandalen auf diesen Pfaden dringend anzuraten) gewählt. Der Abstieg nach Faja d'Agua über rund 1000 Höhenmeter bietet eine einmalige Szenerie die man unbedingt gesehen haben muß.

Faja d'Agua

Dort angekommen haben wir die Pensao Burgos (diese hat 4 sehr schöne Zimmer, einige Stunden gibt es auch fließendes Wasser) bezogen. Wir empfehlen diese Pensao für den kompletten Aufenthalt auf Brava, außer für den Vortag der Abreise aus besagten Gründen. Die Inhaber sind sehr sehr freundlich und bereiten ein absolut hervorragendes Essen (z.B. ist Garoupa = frisch gefangener Rotbarsch sehr zu empfehlen) zu. Auch vom Preis her ist sowohl die Übernachtung als auch das Essen absolut O.K.! Außerdem ist das Wetter, obwohl es ja nur wenige Kilometer bis Vila Nova Sintra sind, bedingt durch die Lage auf der Sonnenseite der Insel um Klassen besser. Richtung Flughafen, der nicht in Betrieb ist, gibt es eine Art "Schwimmbad im Meer", wo die Einheimischen insbesondere Kinder und Jugendliche baden.

In der eigentlichen wunderschönen Bucht von Faja d'Agua ist das Baden eher schwierig, da der Untergrund sehr steinig ist. Dies liegt daran daß sich die Einheimischen den schwarzen Vulkansand aus dem Meer holen und zum Hausbau verwenden. Deswegen war zu der Zeit als wir dort waren keine Spur von Strand zu finden. Wer nicht unbedingt auf einen ausgiebigen Sandstrand steht für den ist Faja d'Agua ein paradiesischer Platz zum relaxen.

Insgesamt gesehen sind die 2,5 Tage reiner Aufenthalt - wir haben am Montag den 01.07.2002 Brava wieder verlassen - absolut ausreichend. Was man bedenken sollte ist aber daß man wegen der Wartezeiten auch den kompletten Freitag für die Anreise benötigt und den Montag für die Abreise mindestens bis Mittag nicht verplanen sollte. Somit sind für Brava inclusive An- und Abreise also mindestens 3,5 Tage einzuplanen.

Überfahrt Sao Filipe nach Praia

Noch ein Tip für jeden der von Sao Filipe (Fogo) wieder nach Praia (Santiago) reist:

Richtig extrem war auf dem Rückweg von Furna (Brava) nach Sao Filipe (Fogo) die Weiterfahrt per Schiff nach Praia (Santiago), die wir - entgegen des Rats von Frau Schellmann - trotzdem auf dem Seeweg angetreten haben. Diese Überfahrt dauerte mehr als 7 Stunden (insgesamt waren wir von Brava über Fogo nach Santiago inclusive Wartezeiten, die längste von 4 Stunden im Hafen von Sao Filipe, mehr als 13 Stunden unterwegs) über offenes Meer ohne Sicht auf die Insel Santiago und der Seegang war, trotz guten Wetters, entsprechend unruhig. Hier haben sich dann vermutlich unsere Tabletten gegen Übelkeit bewährt, wir hatten zwar auch noch am nächsten Morgen mit Schwindel zu kämpfen, aber Übelkeit war für uns kein Thema. Bei den Einheimischen war dies ganz anders, denn es haben sich bestimmt 80 - 90% der Einheimischen übergeben. Diese Überfahrt von Fogo nach Santiago war ein Erlebnis der besonderen Art, ist aber definitiv niemals nicht zu empfehlen und wir hätten besser auf die Erfahrung und den Rat vom Reisebüro Schellmann hören sollen!

Unser Credo deswegen:

Nutzen Sie die Erfahrungswerte und den hervorragenden Service des Reisebüros "Reiseträume". Frau und Herr Schellmann haben uns unsere 3-wöchige Rundreise (Sal, Santiago, Fogo, Brava, Santiago, Sao Vicente, Santo Antao, Sal) entsprechend unseren Wünschen zusammen gestellt. Sie haben uns immer wieder, bis auf besagte Ausnahme der Überfahrt von Fogo nach Santiago, von blauäugigen oder unrealistischen Vorstellungen auf den Boden der Tatsachen zurück holen können und uns ein absoluten Traumurlaub ermöglicht.

[]

© Test und Bilder Peter Kraft / Reinhard Schlump
Zwischenüberschriften von Reiseträume

[]

© 10/2002

Reisträume, der Spezialist für Kapverden Urlaub bedankt sich für diesen Beitrag